Bildverwaltung in der Praxis

Fotos in Aperture bewerten, vergleichen, organisieren...
belfigor
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Bildverwaltung in der Praxis

Ungelesener Beitragvon belfigor » 28.12.2005, 17:02

Nutze Aperture jetzt seit ein paar Tagen und hab so meine liebe Not mit der Aperture-Library (iPhoto nie benutzt, daher keine Erfahrung mit sowas). Habe bislang mit iView meine Bilder (und nicht nur die) verwaltet und möchte das auch beibehalten. D. h. ich spule meine Bilder erst mal via iView auf Platte, sortiere aus und archiviere auf CD/DVD und importiere dann die Fotos in Aperture ... das hat natürlich zur Folge, dass ich den Krempel doppelt auf der Platte habe, anderseits fühle ich mich einfach wohler, wenn ich meine Bilddateien (egal ob Raw, JPEG oder sonst was) offen im Zugriff habe (die Macht der Gewohnheit - aber - weiß der Himmel obs Aperture in 5 Jahren noch gibt). Kurzum derzeit herrscht ein wenig Chaos auf meinem Rechner, was die Bildverwaltung angeht. Wie macht ihr das?

mis
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Ungelesener Beitragvon mis » 28.12.2005, 17:11

hatte es wie du gemacht, alles doppelt. allerdings nutze ich iview nicht, hatte bridge dafür. ich mag diese verschachtelung von aperture/iphoto auch nicht. aber irgendwie hab ich mich schnell dran gewöhnt und nutze nur noch aperture. hatte keine lust mehr auf dieses doppelte archivieren

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Klaus Buschmann
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Aufnahmen verwalten, doppelte Dateihaltung nicht nötig

Ungelesener Beitragvon Klaus Buschmann » 31.12.2005, 14:03

die Nutzung von iPhoto hat mir schnell gezeigt, dass ein separates Speichern der Bilddaten nicht zwingend nötig ist. Klar, ein direkter Zugriff auf die Dateien via Finder ist nicht mehr möglich. Nach genauerem Hinschauen/Einarbeiten ist das auch nicht nötig. Es ist jederzeit möglich, das Originalbild durch ziehen von der Library auf z.B. den Finder zu erhalten. Lediglich das Durchführen regelmäßiger Datensicherungen ist unerlässlich (zur Sicherheit).

Aperture verhält sich hier ähnlich. Durch die Art der Arbeitsweise von Aperture macht es schon Sinn, dass Aperture alle Bilddaten innerhalb seiner eigenen Library verwaltet. Das mag vielen auf den ersten Blick nicht schmecken. Mir ging es auch so. Doch das hat wirklich seinen Sinn: So kann das Programm alle Arten von Änderungen und Variationen, den sog. Versions, realisieren. Es macht dies ja, ohne jede Bilddatei zu duplizieren, sondern speichert die gewünschten Änderungen innerhalb der eigenen Datenbank ab. Usw...

Wichtig für mich und meine Daten ist folgende Aussage: Egal was man in Aperture mit den Daten, Bilder Versionen oder was auch immer macht, die Original-RAW-Daten bleiben erhalten UND ich kann diese jederzeit wieder exportieren und so als original-Daten jederzeit anderweitig verwenden. Folglich übergebe ich die Verantwortung voll und ganz an das Programm. Dazu habe ich es auch gekauft. Was brächte es, wenn man ein Programm zur Verwaltung kauft und dann selbst die Hände mit ins Spiel bringt...

Wichtig, wie in so ziemlich jedem Workflow: Sichert regelmäßig die Daten! Ohne Datensicherung bleibt immer das Risiko von Datenverlust. Doch wem sage ich das :wink:

Vault von Aperture stellt hier eine bequeme Backuplösung dar. Apple empfiehlt den Anschluß einer ext. Festplatte, z.B. mit Firewireanschluß. Dann kann man mit Fault aus Aperture heraus ein komplettes Backup vornehmen lassen. Es wird die ges. Datenbank gesichert, nicht etwa einzelne Projekte. Beim ersten Durchlauf ist daher mehr Zeit für den Backuplauf einzuplanen (je nach Größe der Datenbank).

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Ungelesener Beitragvon ElGreco » 01.01.2006, 22:45

Sehe ich genauso wie Klaus. Nur einen kleinen Zusatz zu den Bedenken, was passiert, wenn es Aperture in 5 Jahren tatsächlich nicht mehr geben sollte:

Die Version von Aperture, die aktuell verwendet wird kann einem niemand mehr nehmen. Und falls die Software aus welchen Gründen auch immer nicht mehr weiterentwickelt werden sollte, kann man die Fotos trotzdem noch in aller Ruhe aus Aperture exportieren und in ein anderes Programm einbringen – wie auch immer dieses dann arbeiten sollte.

Klar hat Aperture noch einige (teilweise gravierende) Kinderkrankheiten. Dennoch finde ich, dass in dem Programm eine Menge Potenzial steckt, so dass ich guten Gewissens meine Fotos in die Verantwortung der integrierten Datenbank abgebe. Eine Sicherung ist selbstverständlich unerlässlich. Aber das ist mit iView oder jedem anderen Tool ja nicht anders. Aperture führt einem dies nur, was ich sehr gut finde, durch die ehrvorragend gelöste, integrierte Backup-Lösung vor Augen. Persönlich habe ich mich trotzdem dazu entschieden, vorerst meine gewohnte Backup-Strategie bezubehalten und mit "SuperDuper" (Tipp: mal bei Versiontracker.com danach suchen) regelmäßig ein komplettes Backup meiner Arbeits-Festplatte per FireWire vorzunehmen. Schließlich sind ja nicht nur die Fotos wichtig...

Viele Grüße,
ElGreco

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Ungelesener Beitragvon belfigor » 03.01.2006, 19:37

ElGreco hat geschrieben:Die Version von Aperture, die aktuell verwendet wird kann einem niemand mehr nehmen. Und falls die Software aus welchen Gründen auch immer nicht mehr weiterentwickelt werden sollte, kann man die Fotos trotzdem noch in aller Ruhe aus Aperture exportieren und in ein anderes Programm einbringen –


prinzipiell natürlich richtig - aber im realen Leben möchte ich sowas nicht wirklich machen müssen, dazu habe ich schon zu oft erlebt, was es heißt, große Datenbestände konvertieren zu müssen, nur weil eine Software von heut auf morgen eingestellt wurde ...

Vielleicht muss ich mal ein paar Kleinigkeiten zu meiner Arbeitsweise loswerden - ich bin Grafiker, hab viel mit Zeitschriften zu tun und muss nur gelegentlich mal größere Mengen an Raw-Dateien durchsehen bzw. verwalten (so ca. 300 - 500 Aufnahmen pro Woche, meistens von mir selbst geschossene). Weitaus größere Datenmengen (Fotos in allen möglichen Formaten, PDFs, Dokumente aus Satzprogrammen, Grafiken etc.) kriege ich aus diversen Quellen zugeliefert. Den ganzen Krempel muss ich sichten, entsprechende Auswahlen treffen, Daten umbenennen, ggf. konvertieren und schlussendlich projektbezogen und in einzelnen, offen zugänglichen Dateien archivieren bzw. an andere zur Bearbeitung weitergeben. Und es kommt häufig vor, dass meine Kunden Daten anfragen, die noch nicht in einem konkreten Projekt verwendet wurden, ich muss also ohnehin so ziemlich alles archivieren was bei mir an Daten landet und zwar so, dass ich jede Datei schnell finde und direkt im Zugriff habe.

Hätte ich nur eigene Fotos zu verwalten, würde ich mich sicher schnell an die proprietäre Library gewöhnen können - aber im beschriebenen Workflow ist Aperture zwar toll zum Sichten und Auswählen von RAWs, aber das scheints für mich dann leider auch gewesen zu sein - was die Verwaltung angeht, hinderts mich mehr als dass es mir nützt. Wäre Aperture in der Lage, offene Dateien zu handeln - wow, ich wäre absolut begeistert, trotz der kleinen Macken, die ich bis jetzt gefunden habe. Aber wahrscheinlich gehöre ich schlicht und ergreifend nicht zur Zielgruppe von Aperture ... schade, es wär einfach zu schön gewesen.

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Ungelesener Beitragvon ElGreco » 15.01.2006, 18:05

belfigor hat geschrieben:Hätte ich nur eigene Fotos zu verwalten, würde ich mich sicher schnell an die proprietäre Library gewöhnen können - aber im beschriebenen Workflow ist Aperture zwar toll zum Sichten und Auswählen von RAWs, aber das scheints für mich dann leider auch gewesen zu sein - was die Verwaltung angeht, hinderts mich mehr als dass es mir nützt. Wäre Aperture in der Lage, offene Dateien zu handeln - wow, ich wäre absolut begeistert, trotz der kleinen Macken, die ich bis jetzt gefunden habe.


Je mehr ich mich in Aperture einarbeite, desto mehr kann ich deine Kritik verstehen. Besonders der von dir beschriebene Punkt, dass Aperture die Bilder in der eigenen Datenbank versteckt, statt sie offen zugänglich für die Nutzung in anderen Programmen zu machen, ist ein echtes Hemmnis. Das ist nicht nur umständlich, es kostet einfach eine Menge Zeit, die man mit eine Profi-Software zur Bildverwaltung wie Aperture es sein möchte, ja eigentlich gerade sparen will.

Viele Grüße,
ElGreco


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