Mein persönlicher Workflow

Aperture Beispiel-Workflows: Beschreibe hier deinen derzeitigen Arbeitsablauf in Aperture.
gstar
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Mein persönlicher Workflow

Ungelesener Beitragvon gstar » 14.06.2012, 07:25

Als "Verursacher" dieses Punktes Workflow, mache ich natürlich gerne den Anfang und erläutere mal meinen aktuellen Workflow in Aperture. Selbstverständlich ist das lediglich mein persönlicher Workflow - bei anderen kann das ganz anders aussehen aber zu ähnlichen Ergebnissen führen. Es gibt meiner Ansicht nach keinen "Königsweg".
Aber Neueinsteiger in Aperture sitzen oft vor diesem Berg von Reglern und Einstellmöglichkeiten und fühlen sich im ersten Moment ein wenig verloren. Wo fang ich an? - woran drehe ich jetzt?

Das schöne an Aperture -und allen anderen Bildverwaltungsprogrammen- ist, dass man nichts kaputt machen. Meine erste Empfehlung deshalb: AUSPROBIEREN.
Einfach mall alle Regler "voll auf-/zudrehen" und beobachten was passiert.

So nun aber zu meinem Arbeitsfluß.

I.) IMPORT

Wichtig ist es natürlich sich vor dem Import Gedanken über eine Struktur in der Bibliothek selber zu machen. Damit findet man Bilder schneller ohne gleich die Suche bemühen zu müssen. Ich habe folgende Struktur:
1. Ordner (z.B. Reisen, Shooting etc.)
2. Projekte (z.B. Land, Event etc.)
3. Album (z.B. Stadt, Name etc.)
4. Diashow, Leuchttisch, Buch o.ä.

Aber sowas entwickelt sich mit der Zeit und kann ja auch noch verändert werden.

Zu Beginn des Imports steht logischerweise das Einbinden der Bilder in Aperture. Ob von einem Kamera oder vom Rechner selbst. Ich selber fotografiere zu 80% mit RAW Bildern - außer mit meiner Fuji X10. Die macht so gute JPG - da brauch ich selten nachzuarbeiten.
Bereits beim Importieren verwende ich einige kleine Helferlein, die mir viel Arbeit abnehmen:

1. Metadaten-Voreinstellungen
Hier habe ich mir eine spezielle Maske erstellt mit der ich standardmäßig Ersteller, Mailadresse, Webadresse eingebe. Da ich selektiv (pro Ereignis) importiere, gebe ich auch schon entsprechende allgemeine Schlagwörter ein wie, Land, Stadt, Ereignis, Region o.ä. ein. Das erspart mir schon mal einige Arbeit bei der Verschlagwortung.

2. Voreinstellungen für Anpassungen
Bie den RAW stelle ich standardmäßig auf "Schnelles Verbessern - automat. Verbesserung". Damit werden erstmal alle RAW von Aperture automatisch entwickelt. Korrigiert wird später.

3. RAW&JPG Paare
Hier wähle ich nur RAW Dateien

4. Zielort für Backup
Hier werden die RAW/JPG gleich zu Beginn erstmals gesichert. Die Fotos sende ich an ein NAS. Bei Unterordner wähle ich Bild (Jahr/Monat) aus, so dass die Bilder nach Jahreszahlen und Monaten gesichert werden.

II.) Sichtung/Bewertung
Danach wird selektiert. Die guten ins Töpfchen - die schlechten in den Papierkorb. :wink:
Die Bewertung erfolgt mittels Sterne-Tasten 1-5. Meine Hierarchie:
* unscharf aber behaltenswert. Oft Schnappschüsse von Familienfesten o.ä.
** scharf und behaltenswert. Siehe oben
*** gute bis sehr gute Bilder, die bearbeitet werden sollten
Bis dahin ist erstmal Schluß. Es sei denn ich habe ein Bild, dass auf Anhieb 4 oder 5 Sterne verdient UND nicht mehr bearbeitet werden muß. Ist aber eher selten der Fall.
Danach sichte ich dann die *** Bilder und selektiere ein 2. mal. Entweder sie werden zu ****/***** oder fallen zurück in */**. Manchmal auch in den Papierkorb - oft bei Serienbildern der Fall.

Parallel versuche ich bereits Bilder für Diashows zu identifizieren.
Diese werden bei mir mit einem blauen Punkt (bei mir auf Taste F5 gelegt) versehen. Das können sowohl * als auch ***** Bilder sein. Hier entscheidet die Diashow über die Wahl.

III.) Bild-Bearbeitung
Hier ist die Reihenfolge, die Aperture durch die Reihenfolge der Schieber/Regler vorgibt meiner Ansicht nach schon sehr hilfreich. Die automatische Entwicklung beim Import leistet meist ganz gute Dienste, so daß ich nicht mehr jedes Bild in Bezug auf die Gesamt-Belichtung korrigieren muß. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich starte zunächst mit der Lichter/Schattenwarnung (Menu Darstellung ÜBer-/Unterbelichtete Bereiche hervorheben). Ich habe mir das auf die Taste H gelegt. Die überbelichtetenwerden rot, die unterbelichteten Bereiche blau dargestellt.
Dann korrigiere ich zunächst mit Wiederherstellung die Lichter und mit Schatten, die Schatten bis die Farben verschwinden. Anschließend verbessere ich je nach Bild mit Definition den Kontrast von feinen Strukturen


Und das wars meist auch schon.
Bei heiklen Bildern wird natürlich noch entsprechend mehr korrigiert. Aber das würde hier zu weit führen.
Ich würde sagen, dass der o.g. Workflow für 95% meiner Bilder ausreichend ist.

Zum Abschluß wird dann noch die Bewertung verändert.
**** für gute bis sehr gute
***** für aus meiner Sicht ausstellungswürdige Fotos

Aus diesen beiden Kategorien rekrutiere ich dann auch meine Bilder für die Homepage. Diese erhalten ein Fähnchen.

IV. Verschlagwortung
Bei der Verschlagwortung bin ich oft ein wenig nachlässig. Das mache ich meist später. Durch meine -für mich- geordnete Struktur und mein immer noch funktionierendes Gedächtnis, finde ich Bilder schneller über die Struktur als über Schlagworte. Wenn man aber später mal Serien aus einer Kategorie zusammenstellen möchte, sind die Schlagworte schon ganz hilfreich. Doch oft helfen hier auch die intelligenten Ordner in Aperture. Damit findet man die dollsten Sachen in den Tiefen der Bibliothek wieder...
Der Einfachheit halber habe ich mir die Schlagwortliste (Menu Fenster Schlagwortliste ein-/ausblenden) fest und individualisiert mit den wichtigsten Kategorien unterhalb des Bilderbrowsers platziert. So kann ich mit einem Klick eine Bildkategorie zuweisen. Zum Texteingeben bin ich meist zu faul.


V. Backup Teil 2
Am Ende einer Session steht dann noch das Durchführen eines 2. Backups aus Aperture heraus an. Dazu nehme ich die in Aperture eingebaute "Sicherungskopie" am Ende der Seitenleiste in Aperture.

Fertig
Gruss
Guido

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Aperture Handbuch: http://support.apple.com/de_DE/manuals/#aperture
Aperture Camera RAW Liste: apple.com/de/aperture/specs/raw.html

gama
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Re: Mein persönlicher Workflow

Ungelesener Beitragvon gama » 28.07.2012, 08:55

Hallo Guido,
danke für den guten, inspirierenden, Beitrag!
(Da ich hier leider keinen "Danke-Button" finde.)

§:¬) martin

GFHardy

Re: Mein persönlicher Workflow

Ungelesener Beitragvon GFHardy » 31.01.2013, 18:43

Sehr gut. Und gut beschrieben.
Dafür danke ich ebenfalls.
Noch eine Frage:
Wie machst Du und auf was die Datensicherung insbesondere vom NAS?

Merlin2504
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Re: Mein persönlicher Workflow

Ungelesener Beitragvon Merlin2504 » 28.03.2013, 00:05

Sehr gut beschrieben. Dafür danke ich ebenfalls.
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